ALLGEMEINES

Geschichte

Archäologisch-geschichtliche hinweise der insel Vir

Die Insel Vir gehört heute zur Gruppe der nördlichen Inseln Dalmatiens, welches im großen Teil der Geschichte kein Zufall war, wegen des damals niedrigeren Meeresspiegels war Vir, über die heutige Privlaker Furt, mit dem Festland verbunden sodass sie aus diesem Grund der westlichste Teil des Festlandes von Norddalmatien war. Genau diese Tatsache wird Auswirkungen auf den Verlauf haben, das Vir durch die Geschichte hinweg wiederholt einen wichtigen strategischen Punkt darstellt, über den der gesamte Schiffsverkehr kontrolliert wird, Richtung Zadar und Nin im Virer Meer, sowie im Kanal Nova Povljana.

Prähistorische Zeit

Dem Archäologie begeisterten Nachbarn aus Privlaka, Darinko Mustac dankend, ist uns bekannt dass der älteste menschliche Lebensraum auf der Insel aus der Altsteinzeit und Steinzeit entspringt (35 000. – 6.000. Jahre v.Ch.), welches uns gefundenes lithisches Material (Werkzeuge aus Feuerstein) beweist. Auf Grund der statistisch kleinen gefundenen Menge geht man davon aus das es in dieser Zeit keine dauerhaften Siedlungen auf Vir gab, sondern es sich um Notunterkünfte prähistorischer Jäger handelte, das zeigt uns die Tatsache, dass alle Funde dieser Zeit, auf offenem Gelände und in unmittelbarer Nähe von damaligen Wasserläufen auf der Nordseite der Insel welche in den Fluss Zrmanja fliesen (wegen viel niedrigerem Meeresspiegel floss damals Zrmanja zwischen Vir und Pag), gruppiert waren. Daher sind die Altsteinzeit und Steinzeit Funde am Standort Spužina, Brižina und im Gebiet von Gradina bis Duboka Draga (Übersetzung – die tiefe Bucht) registriert.

Anfang der jüngeren Steinzeit – Neolithikum (6 000 – 2 500 J.v.Ch.) gab es große Veränderungen in der Lebensweise unserer Vorfahren, das Hauptmerkmal war der langsame Rückzug vom Jägerdasein und Übergang zum Leben eines Bauern, das bestellen von Feldern und dem Anfang der Tierzucht sowie primärer Wirtschaft. An die Jungsteinzeit bindend ist auch der Anfang des Gebrauchs von Keramikwaren, derer Fragmente heute die häufigsten archäologischen Funde der Steinzeit sowie aller späteren Zeitalter darstellen. Auf der Insel bestehen keine registrierten Funde, die am nächsten gelegene Siedlung dieser Zeit befindet auf Position Kuline, an der Furt auf der Seite von Privlaka. Dort wurde am Ufer eine kleinere Menge keramischer Gegenstände gefunden, zugeschrieben der Kultur der Danila Gruppe (in Richtung Ort Danilo bei Sibenik, wo die Überreste dieser Kultur zuerst entdeckt wurden), zeitlich gesehen der mittleren Jungsteinzeit zugeordnet (4 500 – 3 900 J.v.Chr.).

Die Unterbrechung der Entwicklung neolithischer Kulturen auf unserem, aber auch auf weiteren europäischen Gebieten, wurde durch die Züge der indogermanischen Stämme von Norden Europas Richtung Süden hervorgerufen. Dem neu angesiedelten Einwohnern war der wichtigste Wirtschaftszweig die Tierzucht welche in Verbindung mit unruhigen Zeiten dazu führte das die Siedlungen vom fruchtbaren Ackerland in die Anhöhen -Festungen verlegt wurden. Mit der Ausbreitung der indoeuropäischen Stämme wurde auch das Wissen von Gebrauch von Metall und Herstellen von Werkzeugen und Waffen, zuerst Kupfer dann Bronze, verbreitet.

Aus der Kupferzeit (2500 -2000 J.v.Chr.) wurden bis heute keine archäologischen Funde registriert, während aus der Bronzezeit (2000 – 9000 J.v.Chr.) die erste bekannte dauerhafte Siedlung auf Position Krizice datiert wurde . Die Siedlung ist in leichter Hanglage gelegen deren Neigung vom Berg Gracic Richtung Kap Kozjak geht. In dem Gebiet sind kaum sichtbare Rückstände von Erdwällen zu sehen mit denen die Siedlung geschützt war, in Form eines Parallelogramms. Leider ohne archäologische Nachforschungen außer der Aussage dass die Siedlung der Bronzezeit angehörte, ist es nicht möglich konkrete Schlüsse zu ziehen, weder von der Art der Siedlung noch von der Dauer des Bestehens. Mit der Veränderungen in der Art des Behausung kommt es auch zur Veränderung in der Art der Bestattung, denn die Kupfer- und Bronzezeitlichen Kulturen bringen den Brauch der Bestattung in Erdgrabhügeln oder Steingrabhügeln mit. Genau diese Grabhügel wurden im Gebiet der Furt beidseitig registriert, von Privlaka und Vir. Auf Virer Seite wurde das Bestehen von zwei Erdgrabhügeln auf Position Viric registriert. Aus einem der Erdgrabhügel in der Furt stammt auch der in der archäologischen Literatur bekannte goldene Fund aus Privlaka.

Neben der Bronzezeit meldet sich auf der historischen Bühne der Geschichte, begrenzt durch die Flüsse Krka und Rasa, das Volk der Liburner, die ersten historisch bekannten Seemächte im Adriatischen Meer. In der näheren Umgebung von Vir erobern die Liburner zwei bedeutende Städte Nin (Aenona) und Zadar (Lader), ab dieser Zeit ist die Geschichte von Vir eng mit der geschichtlichen Entwicklung von Nin und im geringerem Maße mit der von Zadar verbunden. Eben wegen der meergebundenen Lebensweise formiert sich die Liburnische Siedlung auf der Insel in der Bucht Smratine in Lozice. Wie an bisher allen erwähnten Fundorten wurden auch hier keine archäologischen Nachforschungen gemacht, welches es uns unmöglich macht konkrete Schlüsse in der Größe und der Art der Siedlung zu ziehen.

Zu der Siedlung in Smratina auf Vir befinden sich noch zwei Ruinen welche wir mit dem Aufenthalt der Liburner auf der Insel verbinden, welche wegen Fehlens von Ergebnissen nicht zu den dauerhaft besiedelten Orten gehören, sondern zu der Art von Festung welche primär zum Zwecke der Verteidigung dient. Die Festung auf Sv. Jure (Bandiri) umkreiste wahrscheinlich mit seinen kreisförmigen doppelten Mauern die Spitze des Berges. Die Rückstände der Mauern sind am besten auf dem östlichen und südöstlichen Hang sichtbar. Der Zweck der Festung ist primär die Kontrolle des Verkehrs im Virer Meer sowie das Überbringen von Warnsignalen vom Gebiet Kvarner zu den Inseln im Gebiet um Zadar sowie auch ins Gebiet von Ravnih Kotori und Bukovice als auch umgekehrt, was uns auch die hervorragende visuelle Kommunikation mit den Festungen Sv. Vid auf Pag, Sv. Mihovil auf Ugljan und Lergover Festung in Slivnici beweist.

Die Rückstände einer anderen Festung befinden sich auf gleicher Position. Die Festung erbaut am strengen Ufer und wegen Verteidigungszwecken landseitig, von gut erhaltenen hufeisenförmigen irdenen Mauern umgeben, deren meergenzenden Ruinen, auf der Ostseite bis zu einer Höhe von 3m sichtbar sind. Der hauptsächliche Zweck dieser Festung war die Kontrolle des Schiffsverkehrs zwischen Pag und Vir in Richtung Nin und weiter zum Podvelebitski Kanal. Im Zwecke der Überwachung des Kanals kommunizierte die Festung visuell mit den Festungen Zaglav bei Kosljun und Festung Gradac bei Gorice auf der Insel Pag. Beide Städte hatten wegen der angegebenen Rolle auf jeden Fall auch die Rolle der Zuflucht sowie gut verteidigende Gebiete in welche sich die Menschen und Tiere in Kriegszeiten zurückzogen.

Wie die Menschen aus der Bronzezeit beerdigen sich die Liburner in flachen Gräbern ohne sichtbare Kennzeichen in der Umgebung, und ohne von weitem sichtbare Hügelgräber aus Stein deren Bestehen auf Position Križice registriert wurden (sechs Hügelgräber) und auf der Spitze des Bergen Sinjak (ein Hügelgrab).

Antike

Während des 2. Jh. v. Chr. meldet sich am östlichen Ufer des adriatischen Meeres eine neue Macht-Rom. Bis zum Ende des 1.Jh.v.Chr. wird das ganze Gebiet der Liburner der römischen Macht unterworfen. Da im Ursprung der kriegerischen Machenschaften Roms mit Illyrischen Stämmen die Liburner nicht erwähnt werden, geht man davon aus, dass sie sich freiwillig der Macht Roms unterworfen haben, welches uns das recht frühe Erhalten des römischen Einwohnerrechts der liburnischen Gemeinden, beweist. So erhält 16. J.v.Chr. Aenona (heutige Nin) unter wessen Verwaltung auch das Gebiet von Vir fällt, den Status eines römischen Munizipals (Stadt).

Unter diesen Umständen romanisiert sich die liburnische Siedlung im Gebiet von Smratine zunehmend und fährt mit dem Leben fort, auch in der Zeit des römischen Herrschaft auf unserm Gebiet, was uns die Funde von Fragmenten römischer Keramik auf der Oberfläche beweisen. So wie schon bei der Liburnischen Siedlung ist es wegen Nichterforschung nicht möglich die genaue Art der Siedlung zu bestimmen.

Während der römischen Herrschaft wird die Herstellung von Salz im breiteren Umkreis von Nin stark erhöht, welches zur Bildung des Salzwerkes auf dem Gebiet der heutigen Furt führte. Überreste von Mauern und und Fundamenten wirtschaftlicher Nebengebäude sind auch heute noch sichtbar auf privlaker Seite der Furt als auch auf der kleinen Insel Skoljic, aus der Zeit als sie mit dem Land verbunden war und über welches eine Straße führte (Via Communis) welche das Gemeindezentrum Aneona mit der Siedlung in Smratina verband. Die erwähnte Straße wurde während der Zeit der Ebbe benutzt bis zum Ausgraben des Furts 1904 (Meeresspiegel stieg ca.2 m an seit dem 1.Jh.n.Chr.). Die Überreste der Straße sind heute noch auf beiden Seiten der Furt sichtbar.

Mittelalter

Mit dem Eindringen der Hunnen in Europa fängt für den größten Teil des Kontinents eine Zeit andauernder Instabilität an, ausgelöst durch Völkerwanderungen germanischer und slawischer Stämme, sowie den stetigen Angriffen der Hunnen, Avaran und Bugaren. Dieser Zustand dauert um die 800 Jahre an, bis zum endgültigen Bruch des avarischen Staates seitens der Franken angeführt von Karl den Großen. In dieser Zeitspanne während des 7.Jhd. besiedeln die adriatische Küste die Kroaten, welche mit der Zeit Ihre Macht stabilisieren und manifestieren sowie im Zentrum Ihrer Machtgebiete, umgrenzt von den Flüssen Zrmanja und Cetina, als auch in benachbarten Gebieten. Mit den neuen etablierten Machtverhältnissen während des 8.9. Jh. wird Nin das Zentrum der Irdenen und Kirchlichen Macht.

Obwohl Vir geografisch in unmittelbarer Nähe von Nin ist, wird dieses in der Quelle des Frühmittelalters leider nicht erwähnt, bis zu der Schenkung des kroatischen Königs Petar Krešimir IV, ausgestellt in Nin im Jahr 1069, aber auch da nur beiläufig als Anhaltspunkt der Anordnung der Insel Maun, welche der König dem Benediktiner Kloster des St.Grisogonus ("Sv.Krševan") in Zadar schenkt.

Was in dieser Zeit vom 5-12. Jh.mit der Siedlung in Smratina passiert, oder ob sie in dieser Zeit überhaupt noch besteht, wird uns ohne Nachforschungen nicht bekannt sein. Das was heute noch ersichtlich ist auf diesem Gebiet, sind Überreste der Kirche St.Martins positioniert am südlichen Rand der Siedlung. Wie alle mittelalterlichen Kirchen hat auch die Kirche auf Vir eine klassische längliche und rechteckige Form mit halbkreisförmigen Apsis an der Rückseite und orientiert nach Westen (Eingang). So wie sich diese Form der Kirche durch eine lange Zeit wiederfindet, ist das fortbestehen der Kirche, ob durch Mangel schriftlicher Quellen, lässt sich der Fortbestand der Kirche nicht genauer festlegen. Nach Angaben des Grundbesitzers stieß man durch das Pflügen um die Kirche herum auf menschliche Knochen, welches darauf hinweist dass sich auf diesem Gebiet auch Gräber befunden haben.

Wir haben wenige Daten über Leben auf der Insel Vir aus spätmittelalterlichen Schriften, daher führen wir sie hier chronologisch auf:

J. 1242 wird Vir in der Begünstigung des Königs Bele IV erwähnt, in welcher er der Stadt Pag königliche Freiheit gewährt, bezüglich der Mithilfe in der Schlacht mit den Mongolen welche sich vor Vir abgespielt hat. Höchstwahrscheinlich meint man mit dem Wort "vor" das Gebiet der Furt.

Im September des J. 1313 landet das venezianisches Heer unter der Führung Condottiere Almacija de Limolisa mit welchem er nach der Gruppierung gen Zadar aufbricht, welches sich ihm bald übergibt. Die Venezianische Macht erkennt im J. 1329 auch Nin an und somit auch Vir. Nach Lucijan Maričić ("Anthropogeografische Untersuchung auf nord- dalmatinischen Inseln Rab, Pag und Vir, Siedlung und Ursprung der Bevölkerung", ausgestellet in "Srbski etnografski glasnik", Ausgabe 23, Beograd 1926, Seite 251-352) schon im J. 1347 erbaut Venezien auf Vir, im Gebiet Kozjak eine kleiner Festung und bringt dort die Heergarnison unter. Leider nennt uns der Autor nicht die historische Quelle dieser Informationen. Mit der neuentstandenen Situation kann sich der ungarisch-kroatische König Ludovik nicht abfinden, durch den Frieden Zadars zwingt er im J. 1358 Venedig alle dalmatinischen Städte und Inseln in kroatische Obhut zurückzugeben. Eine solche Situation wird bis ins J. 1409 andauern bis Ladislav Napuljski alle Rechte auf Dalmatien an Venedig verkauft. Von da an, bis dem Verfall der Venezianischen Republik ins J. 1797, fallen Stadt Nin und mit ihr auch Vir unter seine Herrschaft.

Im späten Mittelalter erheben sich auf der Insel mehrere kleine Kirchen, hauptsächlich Familienstiftungen und zwar:

St. Georg ("Sv.Juraj") am gleichnamigen Berg (auch genannt als Bandira)

Die Kirche ist auf der südwestlichen Hang des Berges kurz vor den Überresten der liburnischen Burgmauern. Archäologischen Nachforschungen im J. 2006 zu folge ist der in längliche Form der Kirche mit halbkreisförmigen Apsis nach Südosten bestätigt. An der südwestlichen Seite der Kirche wurden zwei Gräber gefunden, bedeckt mit massiven aus einem Stück gearbeiteten Steinplatten. Auf Grund von erforschen gesammelten Fakten muss man sich vorstellen dass es sich um eine Familienklan Kirchlein handelt, um welches sich der Familienfriedhof formierte. Angesichts des Grundrisses der Kirche und den Funden aus den Gräbern kann das bestehen der Kirche Ende des 13. oder erste Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert werden.

St. Nicholaus an Jadro ("Sv.Nikola na Jadru", heutige Adresse: Put mula Straße)

Während des Baus der Wasserversorgung und Kanalisation im J.2009 fand man Rückstände einer Kirche welche auch erforscht sind, aber auf Grund momentaner Unmöglichkeit der Präsentation sind diese vorsorglich geschützt und wieder mit Asphalt bedeckt. Auch in länglicher Form mit halbkreisförmigen Apsis zum Osten. Im 17. Jh. erneuern Mitglieder der Familie Crnica, deren Hof sich in unmittelbarer Nähe der Kirche befindet diese und neben St. Nikola der Jungfrau Maria widmen. Bei der Erneuerung wurde der Boden der Kirche mit Ziegelsteinen bedeckt, welches in Dalmatien sehr selten ist.

St. Juraj im Dorf ("Sv.Juraj u selu")

Ein Teil der heutigen, im J.1845 erbauten, Gemeindekirche ist auf den Fundamenten und Mauern einer älteren wahrscheinlich gleichnamigen Kirche erbaut, welches uns die zugemauerten Fensterchen auf der rechteckigen Apsis der heutigen Kirche beweisen. Die ältere Kirche ist auch in länglicher Form, orientiert nach Süden (Türe) - S. Es ist nicht möglich die Form der Apsis der früheren Kirche zu ermitteln.

St.Johann der Enthaupter auf Dorfgebiet Praulje ("St. Ivan Glavosijek")

Bis J. 1845 und Bau der neuen Kirche St.Juraj, war die Kirche St. Ivan die Gemeindekirche, etwa in gleicher Entfernung zu allen drei Siedlungen der Insel. In gleicher Bauweise wie die bisher erwähnten Kirchen, nur ist sie von der Dimension her etwas größer als die anderen und ist in Richtung Süden/Südwesten orientiert (Türe). Gleich nach dem Bau der Kirche im 14. Jh. formiert sich auch ein Friedhof um sie herum. In der Zeit von 1996-1998 wurde die Kirche restauriert welches der Denkmalschutz aus Zadar leitete.

Zeitraum von 16.-17. Jh.

Ende des 15 Jh., präziser ab J. 1493 und schwerer Niederlage des kroatischen Stammesheers unter Führung Bana Derencina, fängt auch Dalmatien an die immer anwesendere Gefahr der türkischen Invasion zu spüren welche im 16-17 Jh. ihren Höhepunkt erreicht. Mit dieser neu entstandenen Situation wird Vir erneut ein wichtiger strategischer Punkt, denn in der Zeit der türkischen Überfälle zieht sich das verängstigte Volk und Vieh dorthin zurück, nicht nur aus dem Niner Gebiet sondern auch das um Zadar. So wird in keiner geschichtlichen Quelle vermerkt dass die Türken bis Vir vorgedrungen sind, selbst nicht in der kurzen Belagerung von Nin während des Krieges im J. 1570-1573. Während des venedig-türkischen Krieges von Kandia 1645-1669 wird die Stadt Nin 1646 wegen der Unmöglichkeit der Abwehr der Türken fast vollständig entvölkert und vernichtet und zwar allein von seitens Venedigs. Diese Tatsache und der langjährige Krieg von Kandia führen zu großen Auswanderungen der Einwohner aus Norddalmatien und somit auch aus Vir.

Wegen immer schwerer Haltung der Belagerung von Nin und wegen jener Abwehr, bringt die Venezianische Macht den Entschluss über eine neue Festung auf der Insel Vir. Während des Baus und unter dem Banner Venedigs, geflügelter Löwe, eingebaut im nördlichen Turm der Festung, im südlichen Turm über der Eingangstür sind in die Festung drei Familienbanner eingemauert, unter anderem auch das Banner der Familie Molin, wessen Mitglied Francisko im J.1623 das Amt des Gouverneurs von Dalmatien ausübt, genau deswegen kann man davon ausgehen das der Bau der Festung in diesem Jahr beginnt. Von der Festung sind heute zwei Türme erhalten, verbunden mit einer festen Mauer deren Öffnungen für die Gewehre in Landrichtung ausgerichtet sind, während der Raum zum Meer ungeschützt ist, welches sehr unlogisch ist. Daher nehmen wir an dass die Festung im dreieckigem Querschnitt war und das sie über das ganze Gebiet von Punta Kozjak (Erdzünge Kozjak) erstreckte. Durch die Einwirkung von Erosionen und auch der Menschen sind diese Teile der Festung bis heute gänzlich verschwunden.

Nicht lange nach dem Erbau der Festung im 16.Oktober 1634 teilt der venezianische Anführer, wegen Verdiensten für die Republik, der Familie Crnica die Insel zu mit der Zahlungsverpflichtung von 200 Dukaten jährlich. Einige Jahre später kauft Vuk Crnica die Insel und wird deren alleiniger Besitzer.

Nach dem venedig-türkischen Krieg von Morea 1684-1699 beendet mit Frieden von Karlovac und der Beruhigung der Lage an den Grenzen von Venedig und Türkei, bricht eine neue Welle der Besiedlung vom nördlichen Dalmatien an, so auch von Vir. Ende des 17. und während der ersten Hälfte des 18. Jh. wird Vir von Trägern meist vertretener Nachnamen die heute noch auf Vir existieren, besiedelt.

Im J. 1880 oder etwas vorher kauft der wohlhabender Kaufmann aus Zadar Paško Bakmaz die Insel von der Familie Crnica ab, und schon J. 1881 befindet sich die Insel in Besitz von seiner Tochter Augusta Obradović. In dem Zeitraum von 1903-1914 kaufen die Einwohner von Vir die Ganze Insel von Auguste Obradović ab und teilen diese in 89 Teile.

Fast gleichzeitig mit dem Ankauf der Insel passiert noch was entscheidendes für Vir, 1904-1912 wird die Furt ausgegraben durch die Vir endgültig eine Insel wird.